Alpenaurikeln

Alpenaurikeln

Meine Alpenaurikeln blühen! Das ist jeden Frühling ein kleines Wunder. Denn so zäh sie draussen in den Bergen sind, wo sie noch in winzigsten Felsspalten auf 3000 Meter über Meer blühen, so heikel sind sie im Garten. Ich kultiviere sie jeweils in den typischen zylinderförmigen Aurikeltöpfen. Denn zu viel Humus behagt ihnen gar nicht – die Aurikeln mögen es karg. Die Erde wird mit Sand und Kies gemischt. Und nach der Blüte gilt es, sie fast austrocknen zu lassen. Dann kommen sie den Sommer über in die hintere Reihe, wo sie sich ausruhen können. Sobald sie im nächsten Frühling neue Knospen bilden, werden sie regelmässig gedüngt – vorher aber nicht.

Kostbare Aurikeln (Primula auricula) zieht man eigentlich immer in Töpfchen. Vielleicht mag ich sie gerade darum so gern. Auriken begleiten einen auch dann, wenn man gerade keinen Garten hat. Ein nicht zu sonniger Fenstersims, ein geschütztes Eckchen auf dem Balkon genügen schon. Hauptsache, die bemehlten Blätter sind vor Regen geschützt. Von den Platzansprüchen her sind Aurikeln äusserst bescheiden. Ihre Blüten sind von einer unbeschreiblichen Vielfalt, von subtiler Schönheit und zartem Duft, die ihresgleichen suchen. In den Töpfchen hebt man sie an die Nase, man hebt sie auf Sichthöhe, um die Details ihrer Blätter zu bewundern. Und erst die Namen: von Merlin Stripe über May Tiger und Moonglow bis zu Star Wars gibt es alles. Besonders verliebt war ich seinerzeit in Orb und Sirius – leider habe ich diese Kostbarkeiten über die Jahre wieder verloren. Und so freue ich mich nun über die drei namenlosen Alpenaurikeln, die auf dem Sims vor dem Haus blühen. Sammeln kann ich ja dann später wieder, wenn ich mal mehr Zeit habe für ein richtiges Aurikeltheater…

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